
Ein neues Gesicht in der Ringerfamilie
Die Leipzigerin Dr. Katrin Werkmann ist neue Leistungssportreferentin beim Deutschen Ringer-Bund (DRB). Als Vertretung für Aline Rotter-Focken (Elternzeit) stellt sie sich der neuen Position und übernimmt kommissarisch auch die Aufgaben der vakanten Sportdirektorposition. Im Interview berichtet sie von den Herausforderungen für den DRB und ihre Ziele für den Leistungssport.
Von der Leichtathletik zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) e. V., zum Gerätturnen, zum Ringen – so gestaltet sich der sportliche Weg von Dr. Katrin Werkmann. Aufgrund ihres Erfahrungsschatzes kam der Ringer-Bund mit dem Stellenangebot auf sie zu. „Ich hatte beim DOSB schon Einblick in den bundesweiten Leistungssport über viele Sportarten hinweg. Auf der neuen Position bin ich die erste ohne eigene Erfahrung im Ringen“, berichtet sie. Die Leistungssportreferentin schaut vor allem auf die Strukturen und Entwicklungschancen im Ringen. „Ich habe einen guten, weniger emotionalen Blick von außen auf die Strukturen und kann so neue Verbesserungsansätze einbringen“, erklärt sie.

Herausforderung wechselnde Gegner
„Eine besondere Herausforderung teilen wir mit anderen Kampfsportarten“, erläutert die Referentin. „Die Sportlerinnen und Sportler brauchen wechselnden Trainingspartner auf unterschiedlichen Niveaus, um variabel trainieren zu können. Auch internationale leistungsstarke Gegner sind wichtig.“ Trainingslager und häufiges Reisen sind deshalb Teil des Trainingsalltags und auch kostspielig. Der DRB möchte die Athleten optimal finanziell unterstützen und optimale Trainingsbedingungen ermöglichen.
„Am Ende geht es immer ums Geld. Die Förderung durch den Bund wird gemessen an den Erfolgen, die unsere Athleten erzielen, nicht zuletzt bei Olympischen Spielen.“ Dafür steht Dr. Werkmann im Austausch mit den Sportlern und Bundestrainern. Da der Verband relativ klein ist, sind die Kommunikationswege auf struktureller Ebene kurz. „Ich bin für ganz Deutschland zuständig, muss den Fokus auf die Top-Athleten legen und dabei die Nachwuchsförderung im Blick behalten.“
Landes- und Bundesstützpunkt Ringen Leipzig
Die gebürtige Hessin lebt in Leipzig und verrichtet ihre Arbeit im Homeoffice oder auf Dienstreisen. „In Leipzig herrschen sehr gute Bedingungen für die Ringer. Vor allem die Frauen zeigen immer wieder ausgezeichnete Ergebnisse bei Wettkämpfen und versprechen eine erfolgreiche Zukunft.“ Der Ringer-Verband Sachsen e.V. konnte bei den Deutschen Meisterschaften im Juni den ersten Platz in der Länderwertung der Frauen verbuchen. Der Erfolg geht auf die ausgezeichnete Arbeit am Bundesstützpunkt in Leipzig zurück, an dem nicht nur Ringerinnen und Ringer aus Sachsen trainieren. Die Leipzigerin Anastasia Blayvas kürte sich in diesem Zuge zur Deutschen Meisterin. „Für den Nachwuchs am Landes- und Bundesstützpunkt Leipzig gibt es Dank der Schulen und des Internats in Leipzig richtig gute Strukturen. Es hat sich viel getan in den letzten Jahren“, bestätigt Dr. Werkmann. Die Nachwuchstalente Annalena Pohl und Katharina Krupna werden ihren Stützpunkt im Juli bei der U20-Europameisterschaft in Italien vertreten. Außerdem fördert die Sportstadt Leipzig die 19-jährige Ella-Lina Gonzales als Teil des Talenteteams.
Einstand zur DM
Bei den Deutschen Meisterschaften in Elsenfeld bei Aschaffenburg wurde die neue Leistungsportreferentin vorgestellt. „Ich wurde mit offenen Armen empfangen und in der ‚Ringerfamilie´ willkommen geheißen. Es war ein Erlebnis, die Sportart so wahrzunehmen. Außerdem weiß ich nun auch besser, worauf es auf der Matte ankommt.“
Vielen Dank für das Gespräch, Katrin Werkmann!
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